mehrsicht
Montag, 19. November 2012 20:00 UhrVeranstaltungsort: Kulturzentrum Tempel, Karlsruhe
Christian Weiß/Verena Wilhelm
Fire and Forget I
Solotanzstück
Ein US-Helikopter kreist über Bagdad. Der Bordschütze nimmt eine Gruppe von Zivilisten ins Visier, das Kommando “Feuer frei” wird gegeben und anschließend gefeuert, bis alle reglos am Boden liegen.
Im Juli 2007 starben bei diesem Luftangriff der amerikanischen Armee 12 Menschen, sechs wurden schwer verletzt – ohne Provokation, nur auf einer Spekulation über eine mögliche Schusswaffe beruhend. Als ein Auto herbei eilt, um den Verletzen zu Hilfe zu kommen wird weiter geschossen – auf die Helfenden, die Verletzen, die schon Toten, zwei Kinder auf dem Weg zur Schule. Gerechtfertigt wird diese Aktion durch gängiges „Kriegsrecht“ – die „Rules of Engagement“.
Erst im April 2010 wird ein Video öffentlich gemacht, das dieses Szenario, von der Helikopter-Bordkamera gefilmt, zeigt. Fast schockierender als die Bilder, ist der zu hörende Funkverkehr der US Soldaten und ihre Kommentare.
“Look at those dead bastards” “Nice”
Es ist ein Tanzsolo entstanden, welches das O-Ton-Material (in der Bearbeitung von Peter M. Glantz) als Basis benutzt und den Körper im Kriegsgeschehen in den Mittelpunkt der Arbeit rückt.
Mit dem 13-minütigen Tanzsolo ist der erste Teil einer Arbeit entstanden, die mit der Produktion CORPUS MILITARIS ihre Fertigstellung erreicht hat.
Choreographie und Tanz: Verena Wilhelm
Idee, Regie/Dramaturgie: Christian Weiß
Klangbildkomposition: Peter M. Glantz
3. Preis Chroreographie beim 16. Internatinalen Solo-Tanz-Theater Festival in Stuttgart 2012.
DAS SOLO WIRD GEZEIGT IM RAHMEN DER GEWINNER-TOUR DES INTERNATIONALEN SOLO-TANZ-THEATER FESTIVALS.
Eine Produktion von mehrsicht.
Genre: Tanz, Performance
