Wir trauen uns! Freie Kultur und Demokratie „heiraten“ vor dem Landtag

Wir trauen uns! Freie Kultur und Demokratie „heiraten“ vor dem Landtag

Eine Aktion des Arbeitskreises niedersächsischer Kulturverbände e. V. (akku) auf dem Hannah-Arendt-Platz am 3. März 2026, zu der wir hier die Pressemitteilung teilen. Danke an alle Abgeordnete, mit denen wir ins Gespräch kommen durften!

Hannover, 04.03.2026 – Ein ungewöhnliches Bild am Dienstag vor dem Niedersächsischen Landtag: Mit einer festlich gedeckten Hochzeitstafel auf dem Hannah-Ahrendt-Platz symbolisierte der Arbeitskreis niedersächsischer Kulturverbände e. V. (akku) die Vermählung der „Freien Kultur“ und der „Demokratie“. Freie Kultur steht für Meinungsfreiheit, demokratisches Miteinander, die Teilhabe aller gesellschaftlichen Gruppen, eine aktive Gestaltung von ländlichen Räumen, Inklusion, Vielfalt und Toleranz. Kultur berührt Menschen über politische Lager hinaus.

Kulturschaffende und Abgeordnete tauschten sich darüber aus, welche Werte für die Gesellschaft wichtig sind. Politik und Kultur fanden und verbanden sich bei der „Hochzeit“ und waren sich einig, dass die großen Herausforderungen der Zeit nur gemeinsam bewältigt werden können. Nach Ansicht des akku-Vorstands war der Aktionstag eine gelungene Veranstaltung: „Die symbolische Vermählung der freien Kultur mit der Demokratie war lange überfällig. Viele inspirierende Gespräche haben gezeigt, dass die Abgeordneten des Niedersächsischen Landtages um die existentielle Bedeutung von Musik, Theater(pädagogik), Literatur, Soziokultur, kultureller Jugendbildung und all den anderen Sparten wissen. Nun gilt es, diese Verantwortung für unsere Gesellschaft wahrzunehmen und die freie Kultur in ganz Niedersachsen zu stärken.“

Falko Mohrs (Niedersächsischer Minister für Wissenschaft und Kultur, SPD): „Ich wünsche akku und der Demokratie, dass sie möglichst viele Jahre glücklich zusammenbleiben. Das heißt für uns als Landesregierung natürlich, gute Strukturen, Verlässlichkeit und Kontinuität zu schaffen.“

Detlev Schulz-Hendel (Fraktionsvorsitzender Bündnis 90/Die Grünen): „Ich finde es wichtig, dass sich diese 20 Verbände zusammengefunden haben. Der Kultur wünsche ich für die Zukunft Ausdauer, Engagement und kulturelle Vielfalt besonders in den ländlichen Räumen Niedersachsens. Denn für die Demokratie ist es wichtig, dass freie Kultur bis ins letzte Dorf wirkt.“

Lukas Reinken (Mitglied des Landtags, CDU): „Eine funktionierende Demokratie ist ohne eine starke Kultur undenkbar.“

Auch Lena Nzume (Mitglied des Landtags, Bündnis 90/Die Grünen) bekräftigte, dass die Abgeordneten als Schnittstelle in den Landtag dafür sorgen müssten, dass die Verbindung zwischen Demokratie und Kultur sich unter finanziell  auskömmlichen Rahmenbedingungen nachhaltig entwickeln und fruchtbar sein könne.

Kulturelle Teilhabe trägt zur Stabilität demokratischer Strukturen bei. Viele Menschen singen beispielsweise in Chören, spielen in einem Musikensemble oder Amateurtheater oder stehen als Poetryslamer auf einer Bühne. Und auch der Besuch von Kultureinrichtungen und das Erleben von Kultur in urbanen Zentren ebenso wie in ländlichen Regionen bietet für alle Menschen die Möglichkeit zum Austausch. Eine Förderung der kulturellen Vielfalt in ihrer Breite ist dafür nach Ansicht des akku unerlässlich. Der akku fordert daher, dass das Land Niedersachsen die seit 2014 eingefrorenen Zuschüsse (mit lediglich einem durchschnittlichen Aufwuchs von ca. 3,5 Prozent im Jahr 2025) für die freie Kultur jenseits von staatlichen und kommunalen Kultureinrichtungen auf 30 Millionen Euro jährlich erhöht. Durch diese Verdoppelung würde Niedersachsen bei den öffentlichen Kulturausgaben pro Kopf zu anderen Bundesländern zumindest aufschließen.

Hier berichtet der NDR zu unserer kulturpolitischen Aktion.

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